Ende Juni 2025 wurden an der Max-Eyth-Schule (MESK) in Kirchheim unter Teck eine Jungmeisterin und 27 Jungmeister feierlich im Gewerk der Land- und Baumaschinenmechatronik verabschiedet.
An den 307 Schultagen standen für die Meisterschülerin und die 25 Meisterschüler des 73. Meistervorbereitungslehrgangs neben dem theoretischen und fachpraktischen Unterricht auch einige sehr interessante Exkursionen auf dem Programm. So wurden beispielsweise die Unternehmen Horsch, Krone, Claas und Granit besucht. Einer der Höhepunkte war auch die erstmalige Werksbesichtigung des Unternehmens Vögele in Ludwigshafen, wo Straßenfertiger hergestellt werden.
Für Klassenlehrer Ulli Müller war dies bereits der zehnte Meisterkurs seiner Laufbahn. Die Begeisterung, junge Menschen auf dem Weg der Aus- und Weiterbildung zu begleiten, ist bei Herrn Müller jedoch ungebrochen.
Bei den Feierlichkeiten übergaben Schulleiter Ralf Möhle und Ulli Müller unter starkem Applaus der Gäste die Zeugnisse. Darüber hinaus wurden 14 Belobigungen und vier Preise überreicht.
Kai Aschbacher und Nico Dostal teilen sich den dritten Platz; den zweiten Rang sicherte sich Marius Schneider, und Max Lois Kuhn klettert mit einer Note von 1,1 auf dem Siegertreppchen ganz nach oben.

Vier Meister erzielten einen Notenschnitt zwischen 1,1 und 1,6 und erhielten dafür einen Preis. (von links nach rechts: Kai Aschbacher, Max Lois Kuhn)
Jungmeister Max-Lois Kuhn betonte in seinem Schlusswort, wie gut die Absolventen von der Meisterschule auf den Beruf vorbereitet und wie stark logisches Denken, Kreativität und Innovation an der MESK gefördert werden. In seinen weiteren Ausführungen forderte der Jungmeister seine Mitabsolventen auf, sich kontinuierlich mit ihrem Wissen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft einzubringen.
Meisterhafte Projekte
Ein Bestandteil der Qualifikation sind nicht zuletzt auch die Meisterprüfungsprojekte, von denen wir Ihnen drei besonders interessante Beispiele vorstellen möchten:
Hydraulische Astschere von Marius Schneider
Um Feldwege von hereinragenden Ästen und Sträuchern freihalten zu können, hat Meisterschüler Marius Schneider eine hydraulische Astschere entwickelt. Mit diesem Gerät können Äste bis zu einem Durchmesser von 10 cm durchtrennt werden. Das freie Einstellen des Winkels ermöglicht zusätzlich auch das Zurückschneiden von Hecken. Die hydraulische Astschere wird über die Euroaufnahme am Frontlader aufgenommen. Ein doppelwirksames Steuergerät, das sich am Querholm hinter der Euroaufnahme befindet, versorgt die Schere mit Hydrauliköl. Um einen hohen Bedienkomfort zu erreichen und den An- und Abbau zu erleichtern, erfolgt die elektrische Ansteuerung über eine Fernbedienung.
Container-Entleergerät für LKW-Ladekran von Patrick Scholz
Das von Meisterschüler Patrick Scholz entwickelte Container-Entleergerät für Glas- und Papiercontainer wurde im Schubarm eines Ladekrans (Palfinger PK 24.001 SLD5) verbaut. Durch die platzsparende Positionierung im Schubarmprofil kann der Kran mitsamt dem Entleergerät auf die Fahrzeugmaße zusammengeklappt werden. Das Container-Entleergerät wurde so konstruiert, dass es schnell und kostengünstig an alle beliebigen Ausschubgrößen und Profile von Ladekränen adaptiert und verbaut werden kann. Durch die Umschaltung des Ölflusses, welche vom Steuerstand am Kran oder an der Funkanlage geregelt wird, kann mit dem verbauten Multifaster auch weiterhin ein Greifer betrieben werden. Zudem wurden eine elektrische Überlastsicherung und ein Endlagenschalter verbaut.
Elektrohydraulische Saattiefenverstellung von Joel Horsch
Das Ziel von Joel Horsch war es, die Saattiefenverstellung zu vereinfachen. So stattete der Meisterschüler in seinem Prüfungsprojekt die Sämaschine Express 4KR von Horsch mit einer elektrohydraulischen Saattiefenverstellung aus.
Damit kein weiteres Steuergerät benötigt wird, hat der angehende Meister die Ölversorgung für die Sämaschinenklappung über ein elektrohydraulisches Umschaltventil realisiert.
Die Saattiefe kann über die Horsch Clips in den verschiedensten Positionen arretiert werden. Bei Verzicht auf die Clips kann die Sämaschine komplett ausgehoben und die Kreiselegge solo betrieben werden. Die Saattiefenverstellung wird über einen verbauten Sensor überwacht, der ein gegebenenfalls unkontrolliertes Nachlassen über eine Leuchte anzeigt. (DW)
Autor: Michael Rabe, LTHW BW



